Promille-Rechner: Alkoholmenge und groben Bereich schätzen
Schätzen Sie mit der Widmark-Näherung einen breiten möglichen Blutalkoholbereich aus Getränkemenge, Alkoholgehalt, Körpergewicht, Verteilungsfaktor und vergangener Zeit. Das Ergebnis ist niemals ein Nachweis der Fahrtüchtigkeit.
Getränk und Körperdaten
Unsicherer Orientierungsbereich
etwa 0,29 bis 0,64 ‰Was der Promille-Rechner tatsächlich schätzt
Die Blutalkoholkonzentration, kurz BAK, wird in Promille angegeben. Ein Promille bedeutet rechnerisch ein Gramm Alkohol pro Kilogramm Blut. Eine Online-Berechnung misst jedoch kein Blut und keine Atemluft. Sie übersetzt lediglich eingegebene Getränkedaten mit vereinfachten Annahmen in einen möglichen Größenbereich.
Zuerst wird die Menge reinen Alkohols berechnet: Getränkemenge in Millilitern mal Volumenprozent geteilt durch 100 mal Dichte von Ethanol. Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit verwendet für alltagsnahe Rechnungen 0,8 Gramm pro Milliliter. 1.000 Milliliter Bier mit 5 Volumenprozent enthalten danach ungefähr 40 Gramm reinen Alkohol.
Der theoretische Widmark-Wert verteilt diese Grammzahl auf einen angenommenen Anteil des Körpergewichts. Danach zeigt der Rechner bewusst eine breite Spanne: Die niedrigere Grenze nimmt 30 Prozent Resorptionsdefizit und 0,15 Promille Abbau pro Stunde an; die höhere Grenze rechnet ohne Resorptionsdefizit und nur 0,10 Promille Abbau. Selbst diese Spanne kann die individuelle Realität verfehlen.
Warum eine Promilleschätzung unsicher bleibt
Der einfache Faktor 0,68 beziehungsweise 0,55 ist eine grobe populationsbezogene Näherung und keine Messung der persönlichen Körperflüssigkeit. Zwei Menschen mit demselben Gewicht können unterschiedliche Körperzusammensetzung haben. Die Auswahl in der Oberfläche dient nur dazu, die bekannte Widmark-Rechenweise transparent zu machen.
Ein Teil des getrunkenen Alkohols gelangt nicht in den Blutkreislauf. Das sogenannte Resorptionsdefizit kann nach Angaben des BIÖG abhängig vom Mageninhalt ungefähr 10 bis 30 Prozent betragen. Gleichzeitig beginnt der Abbau schon kurz nach der Aufnahme. Ohne genaue Trinkkurve ist nicht bekannt, ob der Höchstwert bereits erreicht, noch im Anstieg oder schon im Abfall ist.
Übelkeit oder Erbrechen beweisen nicht, dass bereits aufgenommener Alkohol verschwunden ist. Auch subjektives Wohlbefinden ist kein Messinstrument. Gewöhnung kann dazu führen, dass sich eine Person weniger beeinträchtigt fühlt, obwohl Alkoholkonzentration und Unfallrisiko bestehen.
Alkoholmenge eines Getränks berechnen
Volumenprozent beschreibt, welcher Volumenanteil eines Getränks aus Alkohol besteht. Für 500 ml Bier mit 5 Vol.-% sind das 25 ml Ethanol. Multipliziert mit 0,8 g/ml ergeben sich etwa 20 g. Zwei solche Flaschen enthalten zusammen ungefähr 40 g reinen Alkohol.
| Beispiel | Rechnung | Reinalkohol |
|---|---|---|
| 300 ml Bier, 5 % | 300 × 0,05 × 0,8 | 12 g |
| 125 ml Wein, 12 % | 125 × 0,12 × 0,8 | 12 g |
| 40 ml Spirituose, 38 % | 40 × 0,38 × 0,8 | 12,16 g |
Bei Mischgetränken muss die tatsächlich eingeschenkte Spirituosenmenge bekannt sein, nicht nur das Gesamtvolumen des Longdrinks. Enthält ein 300-ml-Glas 40 ml Spirituose mit 40 Prozent, wird der Alkohol aus diesen 40 ml berechnet. Süße, Eis und alkoholfreie Füllmenge verringern die aufgenommenen Gramm nicht.
Mehrere Getränke können in Gramm einzeln berechnet und anschließend addiert werden. Die Oberfläche hat ein gemeinsames Mengen- und Prozentfeld; bei verschiedenen Getränken ermitteln Sie deshalb zuerst die Gesamtgrammzahl manuell oder führen getrennte Rechnungen aus. Ein gemittelter Volumenprozentsatz ist nur korrekt, wenn er mengenbezogen gebildet wird.
Aufnahme und zeitlicher Verlauf
Alkohol gelangt überwiegend über den Dünndarm in den Blutkreislauf. Nach Informationen des BIÖG kann die vollständige Aufnahme ungefähr 30 bis 60 Minuten dauern, abhängig unter anderem vom Mageninhalt. Während dieser Zeit kann der Wert noch steigen, obwohl das Trinken bereits beendet ist.
Das Feld „Stunden seit Trinkbeginn“ vereinfacht einen zeitlich verteilten Konsum auf einen einzigen Abstand. Bei einem langen Abend wird dadurch für die späteren Getränke zu viel Abbauzeit angesetzt. Die angezeigte Spanne ist dann keine verlässliche Rekonstruktion des Verlaufs. Für forensische Fragen sind Messungen und sachverständige Rückrechnung erforderlich.
Der menschliche Körper baut Alkohol hauptsächlich in der Leber ab. Das BIÖG nennt für normalgewichtige gesunde Erwachsene etwa 0,1 bis 0,15 Promille pro Stunde. Kaffee, kalte Dusche, Bewegung, Schlaf oder Wasser beschleunigen diesen biochemischen Prozess nicht. Sie können das Befinden verändern, machen aber nicht schneller nüchtern.
Ein rechnerischer Wert von null beweist keine Nüchternheit. Eingabefehler, spätere Aufnahme, individuelle Abbaugeschwindigkeit und Restalkohol können bestehen. Planen Sie sicherheitskritische Aktivitäten ohne Alkohol und verwenden Sie großzügige alkoholfreie Zeiträume statt einer punktgenauen Countdown-Rechnung.
Keine Freigabe für den Straßenverkehr
Rechtliche Grenzwerte sind keine Zielwerte und keine Garantie, sicher fahren zu können. Bereits geringe Mengen können Wahrnehmung, Reaktion und Risikoeinschätzung beeinträchtigen. In Deutschland können schon unterhalb allgemeiner Grenzwerte straf- oder haftungsrechtliche Folgen entstehen, wenn Ausfallerscheinungen oder ein Unfall hinzukommen.
Für Fahranfänger in der Probezeit und Personen unter 21 Jahren gilt im Straßenverkehr ein Alkoholverbot. Daneben bestehen Vorschriften zu Ordnungswidrigkeiten und Straftaten. Welche Norm im Einzelfall greift, kann ein Rechentool nicht entscheiden. Auch Fahrrad, E-Scooter, Boot, Arbeitsmaschine und bestimmte berufliche Tätigkeiten haben eigene Risiken oder Regeln.
Die sichere Entscheidung nach Alkoholkonsum lautet, nicht selbst zu fahren. Organisieren Sie vorher eine nüchterne Fahrperson, öffentlichen Verkehr, Taxi oder Übernachtung. Geben Sie Fahrzeugschlüssel ab, wenn die Entscheidung im Rausch unsicher werden könnte.
Ein Atemalkoholgerät für Verbraucher kann ebenfalls Messfehler haben und ersetzt keine behördliche oder medizinische Messung. Bei Bewusstlosigkeit, langsamer oder unregelmäßiger Atmung, Krampf, Unterkühlung oder fehlender Reaktion sofort den Notruf 112 wählen und die Person nicht allein lassen.
Promillewert und beobachtete Wirkung
Menschen reagieren sehr unterschiedlich auf dieselbe Blutalkoholkonzentration. Körperliche Gewöhnung kann sichtbare Zeichen abschwächen, ohne die toxische Wirkung oder das Risiko zu beseitigen. Umgekehrt können Medikamente, Erkrankungen, Schlafmangel oder andere Substanzen Beeinträchtigungen verstärken.
Eine Zahl darf deshalb nicht genutzt werden, um erwartete Symptome zu verharmlosen. Sprach-, Gleichgewichts- und Koordinationsstörungen, Erbrechen, Verwirrtheit oder starke Müdigkeit sind Warnzeichen. Bei einer möglichen Alkoholvergiftung zählt der Zustand der Person, nicht die Online-Schätzung.
Bewusstlose Personen dürfen nicht zum Erbrechen gebracht werden. Sorgen Sie für freie Atemwege, stabile Seitenlage und Wärme, soweit möglich, und rufen Sie professionelle Hilfe. Alkohol wird nicht durch Schlaf „neutralisiert“; bei hoher Dosis können Atemstillstand, Koma und Tod eintreten.
Bei regelmäßig hohem Konsum oder Kontrollverlust gibt es anonyme Beratung über Suchtberatungsstellen, Hausarztpraxen und offizielle Hilfsangebote. Abrupter Entzug kann bei Abhängigkeit gefährlich sein und sollte medizinisch begleitet werden.
So verwenden Sie die Ausgabe verantwortungsvoll
Prüfen Sie zuerst Getränkemenge und Alkoholgehalt auf Flasche, Dose oder Rezept. Schätzen Sie Glasgrößen konservativ und berücksichtigen Sie Nachschenken. Wählen Sie den Verteilungsfaktor nur als grobe Modellannahme. Lesen Sie den gesamten Bereich, nicht nur eine der Grenzen.
Die obere Grenze rechnet ohne Resorptionsabzug und mit langsamem Abbau. Sie ist trotzdem kein garantierter Höchstwert, weil Eingaben und individuelle Verteilung falsch sein können. Die untere Grenze ist ausdrücklich keine sichere Mindestzahl und niemals eine Erlaubnis zum Fahren.
Für Dokumentation oder medizinische Entscheidungen ist die Ausgabe ungeeignet. Blutalkohol wird durch qualifizierte Analyse bestimmt; Atemalkohol erfordert geeignete Messverfahren. Ein Online-Rechner kann eine fehlende Probe nicht nachträglich ersetzen.
Nutzen Sie die Rechnung höchstens zur Aufklärung darüber, wie schnell sich viele Gramm Alkohol summieren und wie langsam der Abbau verläuft. Wenn die Zahl überrascht, ist das ein Grund für mehr Vorsicht, nicht für eine optimistischere Eingabe.
Verbreitete Irrtümer über Nüchternwerden
Ein kräftiges Essen vor oder während des Trinkens kann die Aufnahme verzögern, beseitigt den Alkohol aber nicht. Der Rausch kann später einsetzen und dadurch unterschätzt werden. Für die Gesamtmenge im Körper bleiben die getrunkenen Gramm entscheidend. Ein voller Magen ist daher keine Schutzmaßnahme für den Straßenverkehr.
Wasser verhindert Dehydrierung und kann Beschwerden mildern, verdünnt aber die Blutalkoholkonzentration nicht in einem planbaren Ausmaß. Die Leber baut Ethanol mit begrenzter Geschwindigkeit ab. Mehr Flüssigkeit, Schwitzen oder häufiges Wasserlassen entfernen den bereits aufgenommenen Alkohol nicht beschleunigt aus dem Blut.
Schlaf macht die verstrichene Zeit erträglicher, erhöht jedoch nicht die stündliche Abbaurate. Nach einem späten Abend kann am nächsten Morgen Restalkohol bestehen, selbst wenn man sich ausgeruht fühlt. Eine Rechnung mit optimistischen Mengen oder einem frühen Trinkende ist besonders gefährlich. Wer am nächsten Morgen fahren muss, sollte am Vorabend alkoholfrei bleiben.
Erbrechen entfernt nur den Teil, der sich noch im Magen befindet. Alkohol, der bereits in Blut und Gewebe gelangt ist, bleibt davon unberührt. Erbrechen kann außerdem zu Flüssigkeitsverlust, Aspiration und Bewusstseinsproblemen führen. Eine stark berauschte Person darf deshalb nicht allein gelassen werden.
Die Reihenfolge verschiedener Getränke verändert nicht die Grammzahl des enthaltenen Ethanols. Bier nach Wein oder Wein nach Bier folgt keinem verlässlichen Schutzprinzip. Mischkonsum kann die tatsächliche Menge sogar schwerer überschaubar machen, weil Glasgrößen und Alkoholgehalte wechseln.
Häufige Fragen zum Promille-Rechner
Kann der Rechner sagen, ob ich fahren darf?
Nein. Eine Modellrechnung ist keine Messung und keine rechtliche oder medizinische Freigabe. Nach Alkoholkonsum sollten Sie nicht selbst fahren.
Wie viel Gramm Alkohol enthält ein Bier?
300 ml Bier mit 5 Vol.-% enthalten nach der Näherung 300 × 0,05 × 0,8 gleich 12 Gramm reinen Alkohol.
Warum zeigt der Rechner einen Bereich?
Aufnahme und Abbau schwanken. Die Spanne stellt unterschiedliche Annahmen zu Resorptionsdefizit und stündlichem Abbau gegenüber, ohne individuelle Sicherheit zu behaupten.
Hilft Kaffee beim Alkoholabbau?
Nein. Kaffee kann wacher wirken lassen, beschleunigt aber den Abbau in der Leber nicht. Auch Dusche, Sport und Schlaf erhöhen die Abbaurate nicht.
Was bedeutet der Verteilungsfaktor?
Er nähert an, auf welchen Körperwasseranteil sich Alkohol verteilt. Die Werte 0,68 und 0,55 sind grobe Gruppenwerte und keine persönliche Messung.
Kann der Wert nach dem letzten Getränk noch steigen?
Ja. Alkohol kann noch aus Magen und Darm aufgenommen werden. Der Höchstwert kann daher erst nach dem Trinkende erreicht werden.