Halbwertszeit-Rechner: Zerfallszeit online berechnen

Exponentieller Zerfall · Zeit und Restmenge

Halbwertszeit berechnen: Restmenge und Zieldauer

Berechnen Sie aus Anfangsmenge, Halbwertszeit und vergangener Zeit die verbleibende Menge. Zusätzlich ermittelt das Modul die Zahl der Halbwertszeiten, den zerfallenen Anteil, die Zerfallskonstante und die Zeit bis zu einer frei gewählten Zielmenge.

Zerfallsmodell eingeben

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Verbleibende Menge

12,5 von 100

Nach 24 Stunden sind 3 Halbwertszeiten vergangen.

Restanteil12,5 %
Zerfallener Anteil87,5 %
Zerfallskonstante λ0,0866 pro Stunde
Mittlere Lebensdauer11,5416 Stunden
Zeit bis Ziel34,5754 Stunden
Halbwertszeiten bis Ziel4,3219

Was bedeutet Halbwertszeit?

Die Halbwertszeit ist die Zeitspanne, nach der in einem idealen exponentiellen Zerfallsmodell im Mittel noch die Hälfte der Ausgangsmenge vorhanden ist. Nach zwei Halbwertszeiten bleibt ein Viertel, nach drei ein Achtel und nach vier ein Sechzehntel.

Im Beispiel beginnt die Rechnung mit 100 Einheiten und einer Halbwertszeit von acht Stunden. Nach 24 Stunden sind genau drei Halbwertszeiten vergangen. Die Restmenge beträgt 100·(1/2)³=12,5 Einheiten.

„Im Mittel“ ist bei zufälligen Einzelzerfällen wichtig. Ein einzelnes Atom besitzt kein vorhersehbares Zerfallsdatum. Bei einer großen Anzahl führt die konstante Zerfallswahrscheinlichkeit jedoch zu einem stabilen exponentiellen Verlauf.

Grundformel des exponentiellen Zerfalls

N(t)=N₀·(1/2)^(t/T½).

N₀ ist die Anfangsmenge, t die vergangene Zeit und T½ die Halbwertszeit. Der Quotient t/T½ gibt an, wie viele Halbwertszeiten vergangen sind. Er muss nicht ganzzahlig sein.

Nach einer halben Halbwertszeit bleibt nicht 75 Prozent, sondern 2−0,5≈70,71 Prozent. Exponentieller Zerfall verläuft kontinuierlich und nicht als sprunghaftes Halbieren an festen Stichtagen.

Die Einheiten von t und T½ müssen übereinstimmen. Wird die Halbwertszeit in Tagen angegeben, muss auch die vergangene Zeit in Tagen eingesetzt werden.

Zerfallskonstante λ

Das gleiche Modell kann als N(t)=N₀e−λt geschrieben werden. Die Zerfallskonstante ist λ=ln(2)/T½. Sie besitzt die Einheit „pro Zeit“ und beschreibt die proportionale Abnahmerate.

Bei T½=8 Stunden ist λ≈0,08664 pro Stunde. Das bedeutet nicht, dass in jeder Stunde exakt 8,664 Prozent der ursprünglichen Menge verschwinden. Die momentane Rate bezieht sich auf die jeweils noch vorhandene Menge.

Umgekehrt gilt T½=ln(2)/λ. Diese Beziehung ermöglicht die Umrechnung zwischen beiden verbreiteten Parameterformen. Einheiten müssen auch hier konsistent bleiben.

Zeit bis zu einer Zielmenge

Aus NZiel=N₀·(1/2)^(t/T½) folgt nach Logarithmieren t=T½·ln(NZiel/N₀)/ln(1/2). Da beide Logarithmen für ein Ziel unter der Anfangsmenge negativ sind, wird die Zeit positiv.

Von 100 auf 5 Einheiten sind etwa 4,3219 Halbwertszeiten nötig. Bei acht Stunden pro Halbwertszeit ergibt das rund 34,575 Stunden. Der Zielwert muss positiv und darf für eine zukünftige Zerfallsdauer nicht größer als die Anfangsmenge sein.

Mathematisch erreicht ein exponentieller Zerfall null nie in endlicher Zeit. Deshalb kann die Zielmenge nicht null sein. Praktisch können Messgrenze oder diskrete Teilchenzahl dennoch zu „nicht mehr nachweisbar“ führen.

Tabelle der Restanteile

HalbwertszeitenRestanteilZerfallen
0100 %0 %
150 %50 %
225 %75 %
312,5 %87,5 %
46,25 %93,75 %
53,125 %96,875 %
100,097656 %99,902344 %

Jede zusätzliche Halbwertszeit halbiert den verbleibenden Anteil, nicht den ursprünglichen Gesamtwert. Die absolute Abnahme wird daher von Intervall zu Intervall kleiner.

Mittlere Lebensdauer

Bei einem einfachen exponentiellen Zerfallsprozess ist die mittlere Lebensdauer τ=1/λ=T½/ln(2). Sie ist länger als die Halbwertszeit und beträgt ungefähr 1,4427·T½.

Die mittlere Lebensdauer ist der Erwartungswert der individuellen Lebenszeit in der zugrunde liegenden Exponentialverteilung. Sie bedeutet nicht, dass die Hälfte nach τ zerfallen ist. Nach einer mittleren Lebensdauer bleibt e−1≈36,79 Prozent.

Halbwertszeit und mittlere Lebensdauer sind unterschiedliche Kennzahlen desselben idealen Modells. Der Ergebnisblock zeigt beide, damit sie nicht verwechselt werden.

Radioaktiver Zerfall

Radioaktive Kerne zerfallen spontan mit nuklidspezifischer Wahrscheinlichkeit. Aktivität und Zahl noch nicht zerfallener Kerne folgen im idealen Modell derselben Exponentialfunktion. Die Halbwertszeiten können von Sekundenbruchteilen bis zu Milliarden Jahren reichen.

Für Strahlenschutz reicht eine Restmengenrechnung nicht aus. Aktivität, Zerfallsart, Energie, Abschirmung, Aufnahmeweg und Dosis bestimmen das Risiko. Ein Zahlenwert dieses Rechners ist keine Sicherheitsfreigabe.

Zerfallsketten mit radioaktiven Tochterprodukten benötigen gekoppelte Gleichungen. Wenn das Tochterprodukt selbst radioaktiv ist, kann die Gesamtaktivität zunächst steigen oder anders verlaufen als eine einzelne Exponentialkurve.

Medikamente und biologische Halbwertszeit

In der Pharmakokinetik beschreibt die Eliminationshalbwertszeit, wie schnell eine Konzentration unter bestimmten Modellannahmen sinkt. Aufnahme, Verteilung, Metabolismus, Mehrfachdosierung und Organfunktion können den Verlauf deutlich komplexer machen.

Die einfache Formel entspricht einem Ein-Kompartiment-Modell mit Elimination erster Ordnung nach abgeschlossener Aufnahme. Sie ist nicht geeignet, Dosierung oder Einnahmeabstand selbstständig festzulegen. Therapeutische Wirkung und Plasmakonzentration sind ebenfalls nicht immer proportional.

Medizinischer Hinweis: Ändern Sie Arzneimittel niemals anhand dieser Modellrechnung. Befolgen Sie ärztliche Verordnung und Packungsinformation; wenden Sie sich bei Fragen an medizinisches Fachpersonal.

Datierung und Kohlenstoff-14

Bei radiometrischer Datierung wird ein gemessener Isotopenanteil mit einem Ausgangsmodell verglichen. Die Zahl der vergangenen Halbwertszeiten ergibt sich aus log₂(N₀/N). Daraus folgt das Alter als Produkt mit der bekannten Halbwertszeit.

Die praktische Datierung erfordert Kalibrierung, Probenvorbereitung, Hintergrundkorrektur und Annahmen über das ursprüngliche Verhältnis. Kontamination kann das Ergebnis verschieben. Der Rechner bildet nur die reine Zerfallsgleichung ab.

Eine Halbierung des Messsignals entspricht einer Halbwertszeit; ein Rest von einem Achtel entspricht drei. Bei beliebigen Anteilen wird der Logarithmus benötigt.

Halbwertszeit aus zwei Messungen bestimmen

Wenn N₀, eine spätere Menge N und die verstrichene Zeit t bekannt sind, lautet T½=t·ln(1/2)/ln(N/N₀). Diese Formel setzt N zwischen null und N₀ und einen echten exponentiellen Zerfall voraus.

Messrauschen kann besonders bei kleinen Änderungen zu großen Unsicherheiten führen. Sind N und N₀ fast gleich, ist der Logarithmus im Nenner sehr klein. Mehrere Messpunkte und eine Regressionsanalyse sind dann besser als nur zwei Werte.

Hintergrundsignal sollte vor dem Logarithmieren korrekt berücksichtigt werden. Ein konstanter Offset kann sonst einen scheinbar langsameren Zerfall erzeugen.

Wann das Modell nicht passt

  • mehrere Prozesse mit verschiedenen Halbwertszeiten überlagern sich
  • Zu- oder Nachproduktion ergänzt die zerfallende Menge
  • die Rate hängt von Temperatur, Konzentration oder Sättigung ab
  • eine Messgrenze schneidet kleine Werte ab
  • diskrete sehr kleine Teilchenzahlen zeigen starke Zufallsschwankungen
  • Aufnahme und Ausscheidung laufen gleichzeitig

Ein guter Modelltest betrachtet Messwerte auf einer halblogarithmischen Darstellung. Ein einfacher exponentieller Zerfall ergibt dort näherungsweise eine Gerade. Systematische Krümmung weist auf zusätzliche Prozesse hin.

Typische Rechenfehler

Häufig wird nach drei Halbwertszeiten 100−3·50 Prozent gerechnet. Richtig ist wiederholtes Halbieren: 100·0,5³=12,5 Prozent. Ebenso darf die Halbwertszeit nicht als lineare Abnahmemenge pro Zeiteinheit interpretiert werden.

Ein weiterer Fehler sind gemischte Einheiten, etwa Stunden im Zähler und Tage im Nenner. Konvertieren Sie beide Zeiten vor der Division. Anfangs- und Zielmenge dürfen beliebige gleiche Einheiten besitzen, weil ihr Verhältnis dimensionslos ist.

Runden Sie die Zahl der Halbwertszeiten nicht vor der Potenzrechnung, wenn t kein ganzzahliges Vielfaches ist. Der Rechner verarbeitet auch Bruchteile kontinuierlich.

Messreihe linear auswerten

Logarithmiert man die Zerfallsfunktion, erhält man ln N(t)=ln N₀−λt. Eine Darstellung von ln N gegen t sollte bei einem einfachen exponentiellen Prozess eine Gerade mit Steigung −λ ergeben. Aus der Steigung folgt T½=ln(2)/λ.

Diese lineare Form nutzt alle Messpunkte statt nur Anfang und Ende. Eine Regressionsgerade kann zufällige Messabweichungen mitteln und liefert zusätzlich Kennzahlen zur Anpassung. Die Unsicherheit der Steigung muss in die Unsicherheit der Halbwertszeit übertragen werden.

Messwerte von null können nicht logarithmiert werden. Ein Nullwert kann unterhalb der Nachweisgrenze liegen und ist nicht zwingend physikalisch exakt null. Hintergrund und Detektionsgrenze müssen vor der Auswertung festgelegt sein.

Aufbau und Abbau mit konstantem Zufluss

Wenn gleichzeitig eine konstante Menge produziert oder zugeführt wird, gilt die reine Abklingformel nicht für die Gesamtmenge. Das System nähert sich häufig einem Gleichgewicht, bei dem Zufluss und proportionaler Abbau gleich groß sind.

Bei wiederholten Medikamentengaben kann sich eine Konzentration über mehrere Intervalle aufbauen. Der Rest der vorherigen Dosis überlagert sich mit der neuen. Spitzen- und Talspiegel hängen von Dosisintervall, Aufnahme und Elimination ab.

Einfach jede Dosis separat mit diesem Rechner zu berechnen und zu addieren kann nur ein sehr vereinfachtes lineares Modell darstellen. Medizinische Dosierung verlangt ein validiertes pharmakokinetisches Modell und fachliche Überwachung.

Unsicherheit der Halbwertszeit

Eine angegebene Halbwertszeit ist häufig ein Schätzwert mit Unsicherheit oder eine populationsbezogene Spanne. Wenn T½ größer ist, bleibt zu einem festen Zeitpunkt mehr übrig; bei kleinerer Halbwertszeit weniger. Rechnen Sie deshalb ein unteres und oberes Szenario.

Auch die Anfangsmenge kann ungenau sein. Ihr relativer Messfehler überträgt sich direkt auf die berechnete Restmenge. Unsicherheit in der Zeit und Halbwertszeit wirkt über den Exponenten und kann bei vielen vergangenen Halbwertszeiten besonders bedeutsam werden.

Geben Sie Ergebnisse nicht mit mehr Stellen an, als Eingaben und Modell tragen. Die auswählbaren Nachkommastellen sind eine Darstellungsoption, kein Qualitätsnachweis.

Häufige Fragen zur Halbwertszeit

Für jede Rechnung sollte außerdem notiert werden, ob die Halbwertszeit gemessen, aus Literatur übernommen oder nur angenommen wurde. Diese Herkunft entscheidet, wie belastbar die Nachkommastellen und daraus abgeleitete Zielzeiten tatsächlich sind.

Plausibilitätskontrolle: Nach positiver Zeit muss die Restmenge kleiner oder gleich der Anfangsmenge sein. Nach genau einer Halbwertszeit müssen 50 Prozent, nach zwei 25 Prozent erscheinen. Verdoppelt man die Halbwertszeit bei unveränderter Beobachtungszeit, muss mehr Substanz übrig bleiben. Diese einfachen Tests erkennen vertauschte Eingaben, falsche Zeiteinheiten und Vorzeichenfehler, bevor das Ergebnis fachlich verwendet wird.

Wie viel bleibt nach drei Halbwertszeiten?

Ein Achtel beziehungsweise 12,5 Prozent der Anfangsmenge.

Wie lautet die Zerfallsformel?

N(t)=N₀·(1/2)^(t/T½).

Kann die Restmenge exakt null werden?

Im kontinuierlichen Exponentialmodell wird null nur asymptotisch erreicht, nicht in endlicher Zeit.

Was ist die Zerfallskonstante?

λ=ln(2)/T½; sie beschreibt die proportionale Rate pro Zeiteinheit.

Ist mittlere Lebensdauer gleich Halbwertszeit?

Nein. Die mittlere Lebensdauer ist T½/ln(2) und damit etwa 1,4427-mal größer.

Kann ich damit Medikamentendosen planen?

Nein. Pharmakokinetik und sichere Dosierung benötigen individuelle medizinische Beurteilung.

References

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