Photovoltaik Rechner für Dachanlage und Balkonkraftwerk
Schätzen Sie Jahresertrag, selbst genutzten Solarstrom, Einspeisung, ersten Jahresüberschuss, einfache Amortisationszeit und CO₂-Vergleich. Alle Preise und Vergütungssätze bleiben editierbar, weil Standort, Tarif, Inbetriebnahmedatum und Anlagenart das Ergebnis verändern.
Anlagenszenario
Der spezifische Ertrag muss Ausrichtung, Neigung, Standort, Verschattung und Systemverluste bereits abbilden. Das Modul erzeugt keine standortgenaue Solarprognose.
Solarbilanz im ersten Jahr
Vom kWp-Wert zum Jahresertrag
Die installierte Leistung in Kilowatt peak beschreibt die Nennleistung der Module unter standardisierten Testbedingungen. Sie ist keine dauerhaft abgegebene Leistung. Der Jahresertrag entsteht aus Leistung mal spezifischem Ertrag. Acht kWp und 1.000 kWh je kWp ergeben im Beispiel 8.000 kWh im ersten Jahr.
Der spezifische Ertrag bündelt viele Einflüsse: Globalstrahlung am Standort, Dachausrichtung, Neigungswinkel, Horizont, Verschattung, Modultemperatur, Wechselrichter, Leitungsverluste, Abregelung und Verfügbarkeit. Ein Wert aus einer Nachbarregion ist nur eine grobe Annahme. Nutzen Sie für die Planung eine standortbezogene Ertragssimulation mit dokumentierten Verlusten.
Bei einem Balkonkraftwerk kann die Modulleistung größer als die Wechselrichterleistung sein. Der erwartete Ertrag muss mögliche Begrenzung bereits berücksichtigen.
Eigenverbrauch und Einspeisung trennen
Eigenverbrauch bedeutet, dass Solarstrom zeitgleich im Haushalt oder Betrieb genutzt wird. Er ist nicht identisch mit Autarkie. Der Eigenverbrauchsanteil teilt den Solarertrag auf; der Autarkiegrad beschreibt, welcher Anteil des gesamten Stromverbrauchs durch die Anlage gedeckt wird. Ohne Haushaltsverbrauch kann der Rechner den Autarkiegrad nicht bestimmen.
Im Beispiel werden 35 Prozent von 8.000 kWh selbst genutzt. 2.800 kWh vermeiden rechnerisch Bezug zu 35 Cent, also 980 Euro. Die übrigen 5.200 kWh werden mit eingegebenen 8,3 Cent bewertet. Beide Preise sind Szenariowerte und müssen zur konkreten Anlage passen.
Einspeisevergütung nicht pauschal übernehmen
Die Vergütung hängt unter anderem von Inbetriebnahmedatum, Leistungsklasse, Gebäudezuordnung und Einspeisemodell ab. Teil- und Volleinspeisung können unterschiedliche anzulegende Werte haben. Leistungsanteile größerer Anlagen werden stufenweise bewertet. Der sichtbare Cent-Wert ist deshalb ein frei editierbares Beispiel, keine Zusage.
Die Bundesnetzagentur veröffentlicht die jeweils geltenden Werte. Prüfen Sie den Zeitraum, in dem die Anlage tatsächlich in Betrieb geht, und die korrekte Leistungsklasse. Netzbetreiberabrechnung, Messkonzept und gesetzliche Vorgaben müssen zusammenpassen.
Bei Steckersolargeräten kann überschüssiger Strom je nach gewähltem und erfülltem Modell unentgeltlich abgenommen werden. Wer ohne Vergütungsanspruch kalkuliert, setzt das Feld auf null.
Was ein Balkonkraftwerk besonders macht
Ein Steckersolargerät speist über einen Endstromkreis in die Kundenanlage ein und ist typischerweise wesentlich kleiner als eine Dachanlage. Die Bundesnetzagentur nennt für die EEG-Sonderregeln eine zusammenzurechnende maximale Wechselrichterleistung von 800 VA hinter der Entnahmestelle. Mehrere Geräte dürfen nicht isoliert betrachtet werden.
Auch Balkon-Solaranlagen müssen im Marktstammdatenregister registriert werden. Für Geräte innerhalb der Sonderregelungen wurde das Verfahren vereinfacht. Technische Anschlussbedingungen, geeignete Steckverbindung, Stromkreis, Zähler und sichere Montage bleiben wichtig. Module müssen gegen Windlast und Absturz gesichert sein.
Der wirtschaftliche Nutzen hängt stark davon ab, ob tagsüber Grundlast vorhanden ist. Ohne Speicher fließt nicht zeitgleich verbrauchter Strom ins Netz.
Eigenverbrauch realistisch schätzen
Homeoffice, Wärmepumpe, Warmwasser oder Gewerbelast können Solarstrom tagsüber aufnehmen.
Ost-West verteilt Erzeugung breiter, während Süd häufig die stärkere Mittagsspitze liefert.
Waschmaschine, Ladepunkt und Speicher erhöhen Eigenverbrauch nur, wenn Leistung und Zeiten zusammenpassen.
Ein hoher Eigenverbrauchsanteil ist nicht automatisch die wirtschaftlich beste Anlagengröße. Eine größere Anlage kann mehr einspeisen und dennoch höhere absolute Erträge liefern. Vergleichen Sie Gesamtkosten, zusätzliche Module, Wechselrichtergrenzen und Dachnutzung.
Ein Batteriespeicher verschiebt Energie, erzeugt aber Umwandlungsverluste, begrenzte Zyklen und zusätzliche Investition. Dieses Modul modelliert Speicher nicht separat.
Strompreis als vermiedene Kosten
Jede selbst genutzte Kilowattstunde wird mit dem Preis bewertet, den Sie ohne PV für diesen Strombezug gezahlt hätten. Ein pauschaler Arbeitspreis kann passend sein, wenn Grundpreis und andere fixe Entgelte durch die Anlage nicht sinken. Teilen Sie nicht einfach die gesamte Jahresrechnung einschließlich Grundpreis durch den Verbrauch, wenn der Grundpreis bestehen bleibt.
Zukünftige Strompreise sind unbekannt. Das Modul hält den eingegebenen Wert über den Vergleich konstant. Für eine belastbare Wirtschaftlichkeitsrechnung sollten Szenarien mit sinkenden, stabilen und steigenden Preisen sowie mögliche Tarifänderungen betrachtet werden.
Dynamische Stromtarife verändern den zeitabhängigen Wert. Solarstrom vermeidet häufig Stunden mit niedrigen Börsenpreisen; der individuelle Endkundenpreis kann dennoch anders strukturiert sein.
Investition und laufende Kosten vollständig erfassen
Zur Investition gehören Module, Wechselrichter, Montagesystem, Planung, Gerüst, elektrische Arbeiten, Zählerplatzanpassung, Netzanschluss und gegebenenfalls Speicher. Auch Dacharbeiten, Statik oder Brandschutzmaßnahmen können projektbedingt entstehen. Vergleichen Sie Angebote mit identischem Leistungsumfang.
Laufende Kosten können Versicherung, Messung, Wartung, Reinigung, Monitoring und Rücklagen für Wechselrichtertausch umfassen. Der Rechner zieht einen festen Jahresbetrag nur vom ersten Jahreswert ab. Preissteigerungen und größere Ersatzinvestitionen werden nicht in die einfache Amortisation eingebaut.
Förderungen oder steuerliche Wirkungen sind nicht enthalten. Prüfen Sie Bedingungen vor Auftrag; manche Programme verlangen Antragstellung vor Maßnahmenbeginn.
Einfache Amortisation versus Kapitalwert
Die einfache Amortisationszeit teilt Investition durch Nettoüberschuss des ersten Jahres. 14.000 Euro geteilt durch 1.261,60 Euro ergeben etwa 11,1 Jahre. Diese Kennzahl ist leicht verständlich, ignoriert aber Degradation, Preisänderungen, Finanzierung, Steuern, Reparaturen und Zeitwert des Geldes.
Ein Kapitalwertverfahren diskontiert jeden künftigen Zahlungsstrom und berücksichtigt Restwerte. Eine interne Rendite kann Projekte vergleichbar machen, ist aber empfindlich gegenüber Annahmen. Für eine Investitionsentscheidung sollte mindestens eine Jahresreihe mit Ertrag, Eigenverbrauch, Vergütung, Kosten und Ersatzinvestitionen erstellt werden.
Ein kurzer Payback garantiert nicht, dass Dach, Anlage oder Vertrag technisch geeignet sind.
Degradation und Langfristertrag
Module können über die Jahre etwas Leistung verlieren. Das Modul reduziert den Ertrag jedes Folgejahres geometrisch um den eingegebenen Prozentsatz. Bei 0,4 Prozent liegen im zwanzigsten Jahr des Beispiels noch rund 7.413 kWh. Die kumulierte Erzeugung wird intern aus derselben Reihe bestimmt.
Eine lineare Produktgarantie ist nicht automatisch die reale jährliche Degradation jeder Anlage. Anfangsdegradation, einzelne Defekte, Verschmutzung und Wechselrichterausfall verlaufen nicht gleichmäßig. Garantiebedingungen können Schwellen statt einer konstanten Kurve verwenden.
Der Rechner nutzt die Langfristentwicklung für die Ertragsanzeige, berechnet aber die einfache Amortisation bewusst nur aus Jahr eins. Für eine vollständige Cashflow-Reihe wären auch Preis- und Kostendynamiken nötig.
CO₂-Vergleich mit aktueller Bilanzgrenze
Der eingegebene Faktor von 0,344 kg je kWh entspricht dem vom Umweltbundesamt für 2025 veröffentlichten durchschnittlichen direkten CO₂-Wert des deutschen Stromverbrauchs. Multipliziert mit 8.000 kWh ergibt das 2,752 Tonnen Vergleichsemissionen im ersten Jahr.
Das ist keine vollständige Lebenszyklusbilanz der PV-Anlage. Herstellung, Transport, Installation und Entsorgung verursachen ebenfalls Emissionen. Außerdem sinkt der Strommix-Faktor voraussichtlich nicht konstant. Selbstverbrauch und Einspeisung wirken im Stromsystem zu unterschiedlichen Zeiten.
Das Feld ist editierbar, damit andere Bilanzgrenzen oder aktualisierte offizielle Faktoren verwendet werden können. Dokumentieren Sie immer Jahr und Definition.
Registrierung, Netz und technische Prüfung
| Thema | Prüfung | Nicht im Rechner |
|---|---|---|
| Marktstammdatenregister | Anlage und gegebenenfalls Speicher fristgerecht registrieren | Registrierungsprozess |
| Netzbetreiber | Anschlussbegehren, Messung, Einspeisemodell | Netzverträglichkeitsprüfung |
| Elektrotechnik | Schutz, Leitungen, Zählerplatz, Wechselrichter | Auslegung und Abnahme |
| Dach | Statik, Zustand, Abdichtung, Brandschutz | Tragwerksnachweis |
| Vergütung | Inbetriebnahmedatum und Leistungsstufen | verbindlicher Anspruch |
Beauftragen Sie qualifizierte Fachleute für Arbeiten am Netzanschluss. Bei Miet- oder Wohnungseigentum sind zusätzlich Zustimmung, Montageort und gemeinschaftliche Regeln zu klären.
Verschattung und Flächenbelegung
Schornsteine, Bäume, Nachbargebäude und Dachaufbauten können einzelne Module zeitweise verschatten. Ein kleiner Schatten führt nicht immer proportional zu einem kleinen Verlust, weil elektrische Verschaltung, Bypassdioden und Wechselrichterkonzept wirken. Eine Stunden- oder Zeitschrittsimulation ist aussagekräftiger als ein pauschaler Jahresabschlag.
Die installierbare kWp-Leistung folgt aus Modulmaßen, Randabständen, Wartungswegen, Dachfenstern und Montagesystem. Bruttodachfläche geteilt durch Modulfläche überschätzt häufig die Belegung. Bei Flachdächern kommen Reihenabstand und Ballastierung hinzu.
Planungshinweis: Das Ergebnis ersetzt weder Ertragssimulation noch Elektro-, Dach- oder Statikplanung. Preise, Vergütung und rechtliche Regeln vor Auftrag aktuell verifizieren.
Wechselrichter, Begrenzung und Monitoring
Der Wechselrichter wandelt Gleichstrom der Module in netzkonformen Wechselstrom. Seine AC-Leistung kann kleiner als die summierte Modulleistung sein. Das ist nicht automatisch ein Planungsfehler: Module erreichen ihre Nennleistung selten gleichzeitig, und eine moderate Überbelegung kann den Wechselrichter über mehr Stunden gut auslasten. An sehr sonnigen Momenten wird die Spitze jedoch begrenzt. Der spezifische Ertrag im Rechner muss diesen Clipping-Verlust bereits enthalten.
Stringspannung, Strom, Temperaturbereich und Anzahl der MPP-Tracker müssen zu den Modulen passen. Unterschiedliche Ausrichtungen oder stark verschiedene Verschattungen gehören nicht ohne Prüfung in denselben Tracker. Schutzkonzept, Blindleistungsanforderungen und Netzparameter sind Aufgabe der Elektroplanung.
Ein Monitoring vergleicht reale Tages- und Monatserträge mit einer plausiblen Erwartung. Einzelne Wolkentage sagen wenig aus; längerfristige Abweichungen können Verschattung, Schmutz, Defekte oder Kommunikationsfehler anzeigen. Speichern Sie Inbetriebnahmedatum, Zählerstände, Wechselrichterberichte und Anlagenplan. Nur so lässt sich beurteilen, ob eine Minderproduktion wetterbedingt oder technisch ist.
Häufige Fragen zum Photovoltaik Rechner
Wie viel Strom erzeugt eine 8-kWp-Anlage?
Bei angenommenen 1.000 kWh je kWp sind es im ersten Jahr 8.000 kWh. Der echte spezifische Ertrag hängt von Standort und Anlage ab.
Was ist der Eigenverbrauchsanteil?
Er bezeichnet den Anteil des erzeugten Solarstroms, der zeitgleich selbst genutzt wird. Er ist nicht dasselbe wie der Autarkiegrad des Haushalts.
Welche Einspeisevergütung gilt 2026?
Sie hängt von Inbetriebnahmedatum, Leistung und Einspeisemodell ab. Prüfen Sie die für den konkreten Zeitraum veröffentlichten Werte der Bundesnetzagentur.
Muss ein Balkonkraftwerk registriert werden?
Ja, auch Steckersolargeräte sind im Marktstammdatenregister zu registrieren; für sie gibt es ein vereinfachtes Verfahren.
Berücksichtigt der Rechner einen Batteriespeicher?
Nein. Speicherwirkungsgrad, Kapazität, Zyklen, Kosten und veränderter Eigenverbrauch benötigen eine eigene zeitaufgelöste Simulation.
Ist die Amortisationszeit garantiert?
Nein. Sie ist eine einfache Division aus Investition und erstem Jahresüberschuss und ignoriert viele zukünftige Veränderungen und Risiken.