Entnahmeplan-Rechner: Kapitalverzehr online berechnen

Monatliche Simulation · variable Kaufkraft

Entnahmeplan Rechner für Kapital, Rendite und Inflation

Simulieren Sie monatliche Auszahlungen aus einem vorhandenen Vermögen. Rendite, laufende Kosten, jährliche Steigerung der Entnahme und Auszahlungszeitpunkt werden transparent modelliert. Das Ergebnis ist ein Szenario mit gleichmäßiger Rendite, keine Kapitalmarktprognose.

Entnahmeszenario

Steuern, schwankende Kurse, Ein- und Auszahlungsgebühren sowie zusätzliche Einzahlungen sind nicht enthalten. Kosten werden vereinfacht von der Jahresrendite abgezogen.

Kapitalpfad

Vermögen am Ende der Laufzeit57.625,73 €Das Kapital bleibt im gleichmäßigen Basisszenario positiv.
Entnahmen insgesamt486.816,95 €
Letzte Monatsentnahme1.775,84 €
Rest in heutiger Kaufkraft31.814,00 €
Netto-Modellrendite3,700 % p. a.
Anfangsentnahmerate4,000 % p. a.
Rechnerischer Verbrauch242.374,27 €

Wie die monatliche Entnahmesimulation arbeitet

Der Rechner teilt den Planungshorizont in Monate. Aus der jährlichen Rendite nach laufenden Kosten wird eine geometrisch äquivalente Monatsrendite berechnet. Je nach Auswahl wird zuerst verzinst und dann entnommen oder zuerst entnommen und das verbleibende Kapital verzinst. Nach jeweils zwölf Monaten steigt die Monatsentnahme um den eingegebenen Satz.

Wird das Vermögen aufgebraucht, begrenzt das Modell die letzte Auszahlung auf den noch verfügbaren Betrag und meldet den Monat der Erschöpfung. Weitere geplante Entnahmen werden nicht als Schulden fortgeschrieben. Das unterscheidet einen echten Kapitaltopf von einer rein mathematischen Rentenbarwertformel.

Alle Monate erhalten dieselbe Rendite. Gerade diese Vereinfachung macht die Stellschrauben sichtbar, unterschätzt aber das Reihenfolgerisiko realer Märkte.

Rendite, Kosten und Monatszins

Netto-Jahresrendite = Rendite vor Kosten − laufende Kosten. Monatsfaktor = (1 + Netto-Jahresrendite)^(1/12). Danach wird die jeweilige Entnahme verbucht.

Vier Prozent Rendite abzüglich 0,3 Prozent laufender Kosten ergeben 3,7 Prozent im Modell. Die Monatsrendite ist nicht einfach 3,7 geteilt durch zwölf, sondern wird geometrisch abgeleitet. Zwölf gleiche Monatsfaktoren ergeben dadurch wieder genau den Jahresfaktor.

Kosten reduzieren nicht nur einmal den Kontostand. Sie mindern die fortlaufende Wiederanlage und wirken über viele Jahre. Ausgabeaufschläge, Transaktionsentgelte und Depotgebühren können zusätzlich anfallen und sind nicht automatisch in der einen Kostenquote enthalten. Prüfen Sie Produktkosten anhand verbindlicher Unterlagen.

Entnahme mit oder ohne Inflationsausgleich

Eine konstante nominale Monatsentnahme verliert bei steigenden Preisen Kaufkraft. Deshalb kann das Modul die Auszahlung einmal pro Jahr erhöhen. Bei zwei Prozent steigt eine Anfangsentnahme von 1.000 Euro nach dem ersten Jahr auf 1.020 Euro und nach 30 Anpassungen in Richtung 1.800 Euro. Die letzte tatsächlich verwendete Monatsrate hängt vom Zählzeitpunkt ab.

Die Erhöhung ist ein Szenario, kein gemessener Verbraucherpreisindex. Persönliche Ausgaben steigen anders: Miete, Gesundheit, Mobilität und Reisen haben eigene Muster. In manchen Ruhestandsphasen sinken reale Konsumausgaben, während Pflegekosten später steigen können.

Ein negativer Anpassungssatz modelliert sinkende Entnahmen. Werte nahe minus 100 Prozent sind mathematisch möglich, aber selten als Lebensplanung sinnvoll.

Anfangsentnahmerate richtig lesen

Die Anfangsentnahmerate ist die erste Jahresauszahlung geteilt durch das Startkapital. 1.000 Euro monatlich aus 300.000 Euro entsprechen 12.000 Euro oder vier Prozent. Diese Kennzahl ist kein universeller sicherer Satz. Tragfähigkeit hängt von Laufzeit, Portfolio, Kosten, Steuern, Flexibilität und der gewünschten Restreserve ab.

Eine kurze Laufzeit kann eine höhere Rate erlauben als ein unbestimmter Horizont. Wer das Kapital als Erbe erhalten möchte, plant anders als jemand, der einen kontrollierten Verbrauch bis zu einem festen Datum akzeptiert. Gesetzliche Rente, Betriebsrente und andere sichere Einnahmen verändern die notwendige Depotentnahme.

Testen Sie deshalb mehrere Startwerte und nicht nur einen populären Prozentsatz.

Reihenfolgerisiko: gleiche Durchschnittsrendite, anderes Ergebnis

Ein gleichmäßiger Rechner kann nicht zeigen, wann gute und schlechte Börsenjahre auftreten. Fallen Kurse zu Beginn der Entnahmephase, müssen für dieselbe Auszahlung mehr Anteile verkauft werden. Diese Anteile nehmen an einer späteren Erholung nicht mehr teil. Schlechte Jahre am Anfang können daher viel schädlicher sein als dieselben Verluste am Ende.

Zwei Portfolios können über 30 Jahre dieselbe durchschnittliche Rendite erzielen und dennoch völlig verschiedene Entnahmepfade haben. Entscheidend ist die Reihenfolge der jährlichen Ergebnisse. Der Basispfad sollte deshalb durch Stressszenarien ergänzt werden: früher Einbruch, mehrjährige Stagnation, höhere Inflation und niedrigere langfristige Rendite.

Eine Bargeldreserve oder flexible Ausgaben können Verkäufe in schwachen Phasen reduzieren, erzeugen aber eigene Opportunitätskosten.

Steuern gehören in eine persönliche Nebenrechnung

Entnahmen sind nicht automatisch vollständig steuerpflichtiges Einkommen. Bei einem Wertpapierdepot kann ein Verkauf aus Einstandswert und Gewinn bestehen. Verlustverrechnung, Sparer-Pauschbetrag, Teilfreistellungen und Kirchensteuer beeinflussen die Belastung. Bei Versicherungen oder Rentenprodukten gelten andere Regeln.

Der Rechner zieht keine Steuer ab, weil Anschaffungsdaten und Produktart fehlen. Benötigen Sie 1.000 Euro netto zum Leben, kann die notwendige Bruttoentnahme höher sein. Andererseits ist nicht jeder ausgezahlte Euro Gewinn. Planen Sie mit einer gesonderten Steuerreserve und aktualisieren Sie sie bei Rechtsänderungen.

Auch Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge können je nach Versicherungsstatus und Einkunftsart relevant sein.

Flexibilität statt starrer Automatismus

Prozentuale Regel

Ein fester Anteil des aktuellen Vermögens senkt das Ruinrisiko, erzeugt aber schwankende Auszahlungen.

Korridor

Entnahmen werden nur angepasst, wenn Portfoliowert oder Rate definierte Grenzen überschreiten.

Bedarfsbudget

Fixkosten werden stabil finanziert, freiwillige Ausgaben reagieren stärker auf Marktphasen.

Das Modul verwendet bewusst eine starre nominelle Regel, damit Vergleiche reproduzierbar bleiben. Eine echte Strategie kann jährliche Entscheidungen enthalten. Regeln sollten vor einer Krise formuliert werden, damit Angst oder Euphorie nicht allein bestimmen.

Beispiel mit 300.000 Euro

Im voreingestellten Szenario starten 300.000 Euro mit 1.000 Euro Monatsentnahme. Vier Prozent Bruttorendite minus 0,3 Prozent Kosten ergeben 3,7 Prozent. Die Auszahlung steigt jährlich um zwei Prozent und erfolgt am Monatsende. Nach 30 Jahren bleiben im konstanten Modell rund 57.626 Euro.

Insgesamt wurden etwa 486.817 Euro ausgezahlt. Die letzte Monatsentnahme liegt bei rund 1.776 Euro. Das hohe Auszahlungsvolumen ist durch Rendite und nominelle Steigerungen möglich; es darf nicht mit heutigem Geld gleichgesetzt werden. Diskontiert mit dem eingegebenen Anpassungssatz ist der Rest deutlich kleiner.

Senken Sie die Rendite auf zwei Prozent oder erhöhen Sie die Auszahlung auf 1.500 Euro, kann das Kapital früher enden. Genau diese Sensitivität ist wichtiger als die eine Basissumme.

Restkapital in heutiger Kaufkraft

Der angezeigte Realwert teilt das nominale Endvermögen durch den Inflationsfaktor über die gesamte Laufzeit. Bei zwei Prozent Inflation haben 57.626 Euro in 30 Jahren ungefähr die Kaufkraft von gut 31.800 Euro heute. Diese Rechnung setzt über alle Jahre denselben Satz voraus.

Wenn die Entnahme mit derselben Rate steigt, bleibt ihre geplante Kaufkraft näherungsweise konstant. Die persönliche Inflation kann dennoch abweichen. Ein Pflegeplatz, eine energetische Sanierung oder eine große Reparatur ist nicht durch einen allgemeinen Warenkorb abgebildet.

Planen Sie deshalb feste Reserven für einmalige Ausgaben getrennt vom monatlichen Entnahmetopf.

Auszahlungszeitpunkt und Liquidität

Bei Auszahlung am Monatsanfang steht weniger Kapital für die Monatsrendite zur Verfügung. Über Jahrzehnte entsteht ein kleiner, aber messbarer Unterschied. Praktisch werden Depots nicht täglich mit einer gleichmäßigen Rate verzinst. Der Zeitpunkt dient als saubere Modellannahme, nicht als Empfehlung zum Market Timing.

Für den Alltag ist wichtiger, dass fällige Rechnungen gedeckt sind und Wertpapierverkäufe rechtzeitig abgewickelt werden. Ein Giro- oder Tagesgeldpuffer kann mehrere Monatsausgaben aufnehmen. Zu große unverzinste Bestände reduzieren jedoch die erwartete Portfoliorendite.

Automatische Entnahmepläne sollten auf Gebühren, Mindestbeträge, Verkaufstage und steuerliche Abrechnung geprüft werden.

Szenarien systematisch dokumentieren

SzenarioÄnderungFrage
Basismittlere Rendite und ZielinflationBleibt eine Reserve?
VorsichtigRendite niedriger, Kosten höherWann wäre das Kapital leer?
InflationsstressEntnahme steigt stärkerKann das Budget reagieren?
Langes Lebenzehn zusätzliche JahreReichen sichere Einkünfte?
Einbruchaußerhalb dieses Moduls separatWelche Ausgaben sind flexibel?

Notieren Sie Datum und Annahmen. Ein Plan sollte mindestens jährlich oder bei großen Veränderungen aktualisiert werden. Eine höhere Marktbewertung ist kein Grund, stillschweigend alle Entnahmen dauerhaft zu erhöhen.

Risiko, Streuung und Produktwahl

Erwartete Rendite entsteht nicht ohne Risiko. Aktien, Anleihen, Immobilienfonds und Guthaben reagieren unterschiedlich auf Konjunktur, Zinsen und Inflation. Breite Streuung kann Einzelrisiken reduzieren, verhindert aber keine Verluste. Eine Renditeannahme sollte zur tatsächlichen Vermögensaufteilung passen.

Liquidität und Kursschwankung sind während der Entnahme wichtiger als in einer reinen Sparphase. Produkte mit langen Bindungen oder hohen Rückgabekosten können ungeeignet sein, obwohl ihre Prospektrendite attraktiv wirkt. Prüfen Sie Kosten, Verfügbarkeit, Emittenten- und Marktrisiken.

Finanzhinweis: Die Simulation ist keine Anlageberatung und keine Garantie. Berücksichtigen Sie individuelle Steuer-, Versorgungs- und Risikofragen sowie mögliche Verluste.

Langlebigkeitsrisiko und sichere Einkommensbasis

Eine feste Laufzeit von 30 Jahren ist eine Planungsgrenze, kein vorhersehbares Lebensdatum. Wer mit 65 beginnt, kann über 95 hinaus leben. Testen Sie deshalb zusätzlich 35 und 40 Jahre. Bleibt das Modell nur bei einer kurzen Laufzeit positiv, ist die Strategie stark vom Enddatum abhängig. Auch ein Partner kann einen längeren gemeinsamen Versorgungshorizont erzeugen.

Grundlegende Ausgaben wie Wohnen, Ernährung, Kranken- und Pflegeversicherung sollten möglichst nicht allein von schwankenden Wertpapierverkäufen abhängen. Gesetzliche und betriebliche Rente, lebenslange Rentenzahlungen oder andere stabile Einnahmen bilden einen Sockel. Das Depot finanziert dann eher variable Wünsche und Reserven. Eine Verrentung überträgt einen Teil des Langlebigkeitsrisikos, verringert aber Liquidität und Vererbbarkeit; Kosten und Garantien müssen geprüft werden.

Planen Sie außerdem Vollmachten und einen einfachen Ablauf für den Fall, dass Sie das Depot nicht mehr selbst verwalten können. Eine komplizierte dynamische Regel ist wertlos, wenn niemand sie nachvollziehen kann. Dokumentieren Sie Konten, Zielquote, Entnahmeweg, Notreserve und Ansprechpartner, ohne sensible Zugangsdaten ungeschützt abzulegen.

Häufige Fragen zum Entnahmeplan Rechner

Wie lange reicht mein Kapital?

Das hängt von Startvermögen, Auszahlung, Rendite nach Kosten, Steigerung und Reihenfolge realer Marktergebnisse ab. Das Modul zeigt einen gleichmäßigen Basispfad.

Was bedeutet eine Entnahmerate von vier Prozent?

Die Auszahlung des ersten Jahres entspricht vier Prozent des Startkapitals. Daraus folgt keine automatische Sicherheit für jede Laufzeit oder jedes Portfolio.

Sind Steuern berücksichtigt?

Nein. Gewinnanteile, Einstandskurse, Freibeträge und Produktart fehlen. Planen Sie eine persönliche Steuerrechnung zusätzlich.

Warum steigt die Monatsentnahme nur jährlich?

Das Modell bildet eine übliche Budgetanpassung einmal pro Jahr ab und hält die Monatsbeträge dazwischen konstant.

Was passiert, wenn das Kapital leer ist?

Die letzte Auszahlung wird auf das verfügbare Vermögen begrenzt. Danach zeigt der Rechner den Erschöpfungsmonat und zahlt keine fiktiven Beträge mehr aus.

Ist eine konstante Rendite realistisch?

Nein, sie ist eine Vergleichsannahme. Tatsächliche Schwankungen und besonders frühe Verluste können das Ergebnis stark verändern.

References

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