ETF-Sparplan-Rechner | Vermögen langfristig berechnen

Szenariorechner, keine Renditeprognose

ETF-Sparplan-Rechner

Modellieren Sie einen ETF-Sparplan mit Startkapital, Monatsrate, Laufzeit, angenommener Rendite, laufenden Kosten und Inflation. Das Ergebnis trennt eigene Einzahlungen vom rechnerischen Wertzuwachs und zeigt die Kaufkraft in heutigen Euro. Kapitalmärkte verlaufen nicht gleichmäßig: Die eingegebene Rendite ist eine Annahme, keine Zusage für einen ETF, Index oder künftigen Zeitraum.

Annahmen festlegen

Steuern, Orderentgelt, Spread, Tracking Difference und Änderungen des Sparplans werden nicht automatisch ergänzt.

Modelliertes Ergebnis

Endvermögen nach Kosten––
Einzahlungen–
Wertzuwachs–
Modellierte Kostenwirkung–
Einzahlungen
Zuwachs
Vorsichtig–
Ihre Annahme–
Chancenreich–

Meilensteine des berechneten Sparplans

ZeitpunktEinzahlungenDepotwert nach Kostendavon WertzuwachsKaufkraft heute

Die Tabelle zeigt ausgewählte Jahresenden. Zwischenwerte entstehen im Rechner monatlich. Eine gleichmäßige Modellrendite erzeugt eine glatte Entwicklung, während echte ETF-Kurse steigen, fallen und über längere Phasen unter früheren Höchstständen liegen können. Die Meilensteine sind deshalb Rechenpunkte eines Szenarios, keine erwarteten Kontostände zu fest zugesagten Terminen.

Wie der ETF-Rechner monatliche Einzahlungen verzinst

Jede Monatsrate ist unterschiedlich lange investiert. Die erste Rate kann fast die gesamte Laufzeit am Markt liegen; die letzte nur einen Monat oder bei Einzahlung am Monatsende praktisch gar nicht mehr im berechneten Zeitraum. Eine einfache Rechnung „Monatsrate × Monate × Gesamtrendite“ wäre deshalb falsch. Das Modul führt jeden Monat einzeln fort, verzinst das vorhandene Guthaben und fügt die Rate am gewählten Zeitpunkt hinzu.

Monatsfaktor = (1 + Nettorendite pro Jahr)1/12

Die eingegebene Bruttorendite wird nicht einfach um Kostenpunkte subtrahiert. Das Modell bildet einen Nettorenditefaktor als Verhältnis aus Bruttofaktor und Kostenfaktor: `(1 + Bruttorendite) ÷ (1 + laufende Kosten) − 1`. Daraus wird die äquivalente Monatsrendite gezogen. Das ist weiterhin eine Vereinfachung, weil echte Fondskosten fortlaufend im Anteilspreis wirken und die Tracking Difference von der ausgewiesenen Gesamtkostenquote abweichen kann.

Bei Einzahlung am Monatsanfang wird die Sparrate vor der Monatsrendite hinzugefügt. Bei Monatsende erfolgt zuerst die Wertentwicklung und danach die Rate. Über lange Laufzeiten entsteht dadurch ein kleiner, systematischer Unterschied. Viele reale Sparpläne kaufen an einem konkreten Handelstag. Dieser Tag, Ausführungskurs, Wochenende und Feiertag lassen sich mit einer konstanten Monatsrendite nicht nachbilden; der Schalter verdeutlicht nur die Wirkung des angenommenen Zeitpunkts.

Eine jährliche Ratenerhöhung wird jeweils nach zwölf Monaten auf künftige Raten angewandt. Bei 250 € und 3 % Erhöhung beträgt die Rate im zweiten Jahr 257,50 €, im dritten Jahr rund 265,23 €. Die Summe der Einzahlungen wächst dadurch stärker als bei einer konstanten Rate. Die Funktion ist nützlich für eine geplante Anpassung an Einkommen oder Inflation, darf aber nicht als automatisch finanzierbare Verpflichtung verstanden werden.

Rendite, Kosten und Inflation getrennt denken

Nominale Rendite

Nominal bedeutet: Der zukünftige Eurobetrag wird nicht um Preissteigerungen bereinigt. Eine langfristige Renditeannahme fasst Ausschüttungen, Kursänderungen und Wiederanlage in einem durchschnittlichen Jahreswert zusammen. Der Rechner unterstellt, dass Erträge im Depot bleiben. Er prognostiziert weder Ausschüttungstermine noch einzelne Marktjahre.

Reale Kaufkraft

Die heutige Kaufkraft wird berechnet, indem das nominale Endvermögen durch den Inflationsfaktor über die Laufzeit geteilt wird. Bei 2 % Inflation kosten Güter im Modell nach 25 Jahren etwa das 1,64-Fache. Ein großes nominales Vermögen kann deshalb real deutlich weniger Kaufkraft repräsentieren.

Laufende Produktkosten

Die Gesamtkostenquote eines ETF mindert den Fondswert laufend. Zusätzlich können Depotentgelt, Sparplangebühr, Börsenentgelt, Spread und Steuern entstehen. Die angezeigte Kostenwirkung vergleicht dasselbe Szenario mit und ohne den eingegebenen laufenden Kostensatz; sie ist keine Summe tatsächlich abgebuchter Rechnungspositionen.

Steuern

Kapitalertragsteuer, Solidaritätszuschlag, Kirchensteuer, Sparer-Pauschbetrag, Teilfreistellung und Vorabpauschale hängen von Produkt, Erträgen und persönlicher Situation ab. Der Rechner zeigt Werte vor persönlichen Steuern. Eine pauschale Nachsteuerzahl würde bei langen Sparplänen mehr Genauigkeit vortäuschen als liefern.

Keine historische Durchschnittsrendite als Garantie lesen: Selbst ein breit gestreuter Aktien-ETF kann über Jahre fallen. Höhere erwartete Rendite geht mit höherem Risiko einher. Ein Sparplan sollte zu Anlagehorizont, Risikotragfähigkeit, Notfallreserve und geplantem Entnahmezeitpunkt passen.

Warum drei Szenarien hilfreicher sind als eine Endzahl

Der vorsichtige Wert rechnet mit zwei Prozentpunkten weniger Bruttorendite als Ihre Eingabe, der chancenreiche mit zwei Prozentpunkten mehr. Kosten und alle übrigen Eingaben bleiben gleich. Dieser Abstand ist keine statistische Bandbreite und kein Konfidenzintervall. Er zeigt lediglich, wie empfindlich ein langfristiges Ergebnis auf eine dauerhaft andere Renditeannahme reagiert.

Bei langen Laufzeiten wirkt eine kleine Differenz stark, weil nicht nur Einzahlungen, sondern auch frühere Erträge weiter wachsen. Dieser Zinseszinseffekt arbeitet in beide Richtungen: Höhere Renditeannahmen vergrößern das Ergebnis überproportional; Kosten und schwächere Rendite vermindern es ebenfalls über viele Perioden. Deshalb sollten Sie nicht nur den mittleren Wert betrachten. Prüfen Sie, ob Ihr Sparziel auch unter einer vorsichtigeren Annahme erreichbar bleibt oder ob Laufzeit und Rate angepasst werden müssen.

Ein echtes Risiko lässt sich nicht auf drei konstante Linien reduzieren. Zwei Marktpfade können dieselbe durchschnittliche Rendite haben und bei einem Sparplan unterschiedliche Zwischenstände erzeugen. Während der Ansparphase können Kursrückgänge dazu führen, dass neue Raten mehr Anteile kaufen. Kurz vor einer geplanten Entnahme ist ein Einbruch dagegen problematisch, weil weniger Zeit zur Erholung bleibt. Wer einen festen Zieltermin hat, kann eine schrittweise Reduzierung des Risikos prüfen.

ETF-Sparplan planen: Fragen vor der Produktauswahl

Der Rechner wählt keinen ETF aus. Vor einem Abschluss sollten Index, regionale und sektorale Streuung, Replikationsmethode, Fondsdomizil, Ertragsverwendung, Fondsvolumen, Kosten, Tracking Difference und Handelbarkeit geprüft werden. Ein bekannter Indexname allein sagt noch nicht, wie stark einzelne Länder oder Unternehmen gewichtet sind. „MSCI World“ umfasst beispielsweise entwickelte Märkte, aber nicht automatisch alle Schwellenländer oder jede Unternehmensgröße.

Ebenso wichtig ist die Infrastruktur: Bietet das Depot den gewünschten ETF als Sparplan an? Welche Ausführungsgebühr gilt heute und nach einer möglichen Preisänderung? Werden Bruchstücke gekauft? Kann die Rate pausiert oder geändert werden? Wie werden Ausschüttungen wiederangelegt? Ein kostenlos beworbener Sparplan kann später kostenpflichtig werden, und ein enger Produktauswahlfilter kann einen Depotwechsel erschweren.

Vor dem Aktienanteil steht die Liquiditätsreserve. Geld für Miete, kurzfristige Anschaffungen oder Notfälle sollte nicht davon abhängen, ob der Markt gerade günstig steht. Auch teure Schulden können Vorrang haben. Erst wenn Zeithorizont und Schwankungen tragbar sind, wird aus einer mathematisch attraktiven Projektion ein praktisch passender Plan. Bei Unsicherheit kann eine unabhängige, an den eigenen Zielen ausgerichtete Beratung sinnvoll sein.

Rechenbeispiel: 5.000 € Start und 250 € monatlich

Mit den voreingestellten Werten beginnen Sie mit 5.000 € und zahlen 25 Jahre lang jeweils 250 € am Monatsende ein. Ohne Ratenerhöhung summieren sich die eigenen Einzahlungen auf 80.000 €: 5.000 € Startkapital plus 300 Monatsraten zu je 250 €. Der Depotwert kann im Modell darüber liegen, weil frühe Einzahlungen länger verzinst werden und rechnerische Erträge im Depot bleiben. Wie groß die Differenz wird, hängt besonders von Rendite, Kosten und Laufzeit ab.

Die Bruttorendite von 6 % wird mit 0,2 % laufenden Kosten kombiniert. Der Nettorenditefaktor ist nicht exakt 5,8 %, sondern entsteht aus dem Verhältnis beider Faktoren. Erst daraus berechnet das Werkzeug einen Monatsfaktor. Parallel simuliert es denselben Zahlungsstrom ohne den eingegebenen Kostensatz. Die Differenz beider Endwerte erscheint als „modellierte Kostenwirkung“. Sie ist größer als die bloße Summe jährlicher Prozentbeträge, weil auch entgangenes Wachstum auf zuvor belastete Kosten enthalten ist.

Bei 2 % angenommener Inflation wird der nominale Endbetrag zusätzlich durch den Preissteigerungsfaktor über 25 Jahre geteilt. Dieser reale Wert ist nicht der Betrag, der später auf dem Konto steht. Er übersetzt ihn in ungefähr heutige Kaufkraft. Ändern Sie anschließend nur eine Eingabe, etwa die Laufzeit auf 20 Jahre. So sehen Sie klar, welche Differenz allein aus fünf Jahren weniger Einzahlungen und Zinseszinseffekt entsteht.

Eine jährliche Erhöhung der Sparrate verändert auch die Einzahlungssumme. Wenn Sie 3 % eingeben, wächst nicht das gesamte vorhandene Depot automatisch um diesen Betrag; nur die künftig gezahlte Monatsrate wird jeweils nach zwölf Monaten angehoben. Der Rechner trennt diese zusätzliche Eigenleistung weiterhin vom Wertzuwachs. Das verhindert, dass eine höhere Endsumme fälschlich vollständig der Kapitalmarktrendite zugeschrieben wird.

Häufige Fragen zum ETF-Sparplan-Rechner

Welche Rendite soll ich eingeben?

Es gibt keinen sicheren Standardwert. Nutzen Sie eine nachvollziehbare Annahme passend zur Anlageklasse und testen Sie niedrigere Werte. Eine historische Durchschnittsrendite ist keine Prognose. Der Rechner zeigt deshalb zusätzlich ein Szenario zwei Prozentpunkte unter und über Ihrer Eingabe.

Ist die TER bereits in der ETF-Rendite enthalten?

Historische Fondsrenditen sind nach den im Fonds laufend belasteten Kosten veröffentlicht, Indexrenditen dagegen nicht zwingend. Prüfen Sie, auf welcher Basis Ihre Annahme beruht, damit Kosten nicht doppelt oder gar nicht abgezogen werden. Das Feld modelliert einen separaten laufenden Kostensatz.

Warum berechnet die Seite keine Kapitalertragsteuer?

Die Steuer hängt unter anderem von realisierten Erträgen, Ausschüttungen, Vorabpauschale, Teilfreistellung, Sparer-Pauschbetrag, Kirchensteuer und persönlichen Verlusttöpfen ab. Ein einheitlicher Abzug vom Endwert wäre irreführend. Das Ergebnis ist eine Projektion vor persönlichen Steuern.

Was ist besser: Monatsanfang oder Monatsende?

Im konstanten Modell liegt eine frühe Einzahlung einen Monat länger im Markt und hat deshalb mehr erwartete Verzinsungszeit. In der Realität kann der Kurs an jedem Ausführungstag höher oder niedriger sein. Wichtiger als das vermeintlich perfekte Datum sind meist Regelmäßigkeit, Kosten und ausreichende Liquidität.

Was bedeutet „Kaufkraft in heutigen Euro“?

Der zukünftige Depotwert wird mit der eingegebenen Inflation auf den heutigen Preisstand zurückgerechnet. So können Sie besser einschätzen, welche Gütermenge der Betrag im Modell repräsentiert. Die tatsächliche persönliche Inflation kann von einem allgemeinen Durchschnitt abweichen.

Kann ein ETF-Sparplan Verlust machen?

Ja. ETF-Anteile schwanken mit den enthaltenen Märkten. Auch breite Streuung beseitigt das allgemeine Marktrisiko nicht. Bei Verkauf in einer Schwächephase kann der Erlös unter Einzahlungen oder früheren Depotständen liegen. Das Szenario ist keine Kapitalgarantie.

References

Nach oben scrollen